Wie wird ein Hühnerstall optimal eingerichtet?
Eigene Hühnerhaltung ist eine schöne Sache: Es macht Kindern und Erwachsenen Spaß, ist nicht allzu aufwändig und täglich wird man mit frischen Eiern belohnt. Dennoch gibt es Dinge, die man bei der Einrichtung eines Hühnerstalls beachten sollte, um seinen neuen Freunden ein schönes Zuhause zu bieten. Im folgenden Beitrag zeigen wir, wie Sie Ihren Hühnerstall ideal einrichten.
Themenübersicht
- Wie groß sollte ein Hühnerstall sein?
- Welcher Standort ist am besten für meinen Hühnerstall geeignet?
- Wie mache ich den Stall sicher für meine Hühner?
- Welche Art von Hühnerstall ist für Sie und Ihre Hühner am besten geeignet?
- Was darf im Hühnerstall nicht fehlen?
- Welcher Außenbereich soll es werden?
- Wie sollte der Außenbereich eingerichtet sein?
Wie groß sollte ein Hühnerstall sein?
Für eine artgerechte Haltung Ihrer Hühner, gilt als Faustregel, dass maximal 3 Hühner oder 5 Zwerghühner auf einer Stallfläche von einem Quadratmeter gehalten werden sollten. Die Außenfläche sollte so groß wie möglich oder wenigstens bei etwa 5 - 10 Quadratmeter pro Huhn liegen. In der Nacht ziehen sich Hühner gerne auf Sitzstangen zurück. Bieten Sie hier ihren Tieren ein großes Platzangebot, ca. ein Meter für 3 Hühner, um Streitigkeiten zu vermeiden. Mit Legenestern schaffen Sie einen Ort, an dem Ihre Hennen ungestört Eier legen können. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gibt vor, dass pro sieben Hennen mindestens ein Legenest zur Verfügung stehen muss.
Zusätzlich empfehlen wir eine Stallhöhe von mindestens 1,80 m, damit Sie aufrecht stehen können. Dies erleichtert Reinigung und Fütterung enorm. Die Legenester sollten entweder von innen gut erreichbar sein oder von außen durch eine Klappe geöffnet werden können.
Welcher Standort ist am besten für meinen Hühnerstall geeignet?
Wenn Sie auf der Suche nach dem perfekten Hühnerstall sind, ist es wichtig, sich zu überlegen, wo dieser stehen soll. Hierbei gibt es drei Perspektiven und Bedürfnisse zu berücksichtigen: Zuallererst natürlich die Ihrer Hühner, doch auch die Ihrer Nachbarn sowie Sie als Hühnerbesitzer selbst sollten nicht in Vergessenheit geraten.
Die Lage des Hühnerstalls sollte gut durchdacht sein. Nicht nicht nur die Freilaufmöglichkeiten sind zu beachten, sondern vor allem auch die Lichtverhältnisse, so dass genug Licht im Stall vorhanden ist. Die Fenster des Hühnerstalls sollten am besten nach Süden oder Osten ausgerichtet sein. Auf diese Weise kommen Ihre Hühner in den Genuss von genügend Licht und die Sonne kann im Winter den Stall wärmen. Ein schattiges Plätzchen unter einem Baum ist im Sommer empfehlenswert, damit die Sommerhitze etwas gemildert wird. Eine gute Isolierung des Hühnerstalls hilft, ein gutes Raumklima zu erhalten.
Zudem muss der Standort des Stalls gut zugänglich sein. Sie sollten den Stall außerdem nicht zu nah an Ihrem Nachbarzaun aufstellen und Ihre Nachbarn vorher über Ihr Vorhaben informieren, um Spannungen zu vermeiden.
Wie mache ich den Stall sicher für meine Hühner?
Hühner als Haustiere sind in den letzten Jahren bei uns Menschen immer beliebter geworden. Doch auch Marder, Füchse und andere Beutegreifer sind an unseren gefiederten Freunden interessiert. Unsere Aufgabe ist es, unsere Hühner vor diesen Fressfeinden zu schützen.
Achten Sie beim Bau oder Kauf Ihres Stalls auf ein festes Dach, sichere Wände und eine stabile Tür. Verfügt der Stall über Fenster, sollten auch diese verschließbar sein.
Der Stall sollte gut belüftet sein, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Eine automatische Hühnerklappe sorgt für mehr Komfort und Tierwohl, indem sich die Klappe jeden Morgen automatisch öffnet und bei Sonnenuntergang wieder verschließt.
Auch der Freilauf ist gegen das Eindringen von Feinden zu schützen. Dazu muss die Einzäunung frei von Schlupflöchern sein. Zudem kann ein elektrifizierbares Netz gleichermaßen zur Abschreckung von Fressfeinden als auch für die Ausbruch-sichere Haltung genutzt werden.
Welche Art von Hühnerstall ist für Sie und Ihre Hühner am besten geeignet?
Kleinstall
Kleinställe eignen sich gut für die Haltung von vier bis maximal acht Hühnern. Sie haben den Vorteil, dass sie leicht aufzubauen, günstig und mobil sind. Durch ihr geringes Gewicht können sie im Garten problemlos umgestellt werden.
Mobiler Hühnerstall
Mit einem mobilen Hühnerstall auf Rädern können Ihre Hühner regelmäßig innerhalb Ihres Gartens oder auf einer Wiese leicht umziehen. Mit der sogenannten Wechselweide schützen Sie Ihre Grasnarbe und Ihre Hühner bekommen stets frisches Gras.
Hühnerstall mit Überdachung / Voliere
Ein Auslauf mit Dach ist hilfreich bei schlechtem Wetter. Hier haben Ihre Hühner einen geschützten Platz. Der sichere Außenklima-Bereich erfüllt außerdem die Vorschriften, wenn eine Behörde eine Aufstallungspflicht verhängt - etwa aufgrund einer Tierseuche.
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Was darf im Hühnerstall nicht fehlen?
Für das Wohlempfinden Ihrer Hühner, sollten einige Punkte berücksichtigt werden. Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen:
Legenester
Hühner legen Eier am liebsten an einem ungestörten und ruhigen Ort. Legenester bieten ein solches Umfeld und schützen zudem die Eier vor Brüchen und Verschmutzung. Die gelegten Eier können anschließend problemlos aus dem Nest entnommen werden. Bestens als Einstreu eignet sich eine Mischung aus Stroh und Sägespänen. Legenester aus Kunstsoff lassen sich gut reinigen.
Nesteier helfen, um den Brutinstinkt Ihrer Hühner zu stimulieren. Die Eier werden in das Legenest gelegt und somit ist der Eiablageort festgelegt.
Wichtig: Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung gibt vor, dass für sieben Hennen mindestens ein Legenest zur Verfügung stehen muss.
Unsere Empfehlungen
Sitzstangen
Hühner sitzen nachts gern auf Sitzstangen. Dies ist ein Überbleibsel ihrer Evolution: Die Vorfahren unserer Haushühner suchten früher nachts auf höheren Ästen Schutz gegen Fressfeinde. Die ranghöchste Henne befand sich auf dem höchsten Ast - dem sichersten. Um mögliche Rangkämpfe in zu verhindern, in denen die Hackordnung beschlossen wird, sollten die Sitzstangen alle auf gleicher Höhe angebracht werden.
Bei schwereren Hühnerrassen empfiehlt es sich, eine Hühnerleiter anzubringen, um den Tieren den Aufstieg zu erleichtern.
Kotbrett
Ein Kotbrett ist ein unter die Sitzstange montiertes Brett, das dazu dient, den Kot der Hühner aufzufangen und so zu vermeiden, dass die Einstreu zu schnell stark verschmutzt. Kotbretter gibt es in verschiedenen Ausführungen, die entweder selbst gebaut oder im Fachhandel erworben werden können. Die Produkte sind meist aus Holz oder Aluminium gefertigt.
- Viele Hühnerbesitzer favorisieren Aluminium-Kotbretter, weil diese einfach zu reinigen und leicht sind.
- Holz-Bretter hingegen müssen aufwändiger gereinigt werden, da sich der Kot in den Poren festsetzen kann. Ein Austausch ist aber kostengünstig.
Sandbad
Geflügel haben ein empfindliches Gefieder, das anfällig für Milben und anderes Ungeziefer ist. Dementsprechend ist die Stallhygiene wichtig. Hühner reinigen sich selbst. Stellen Sie ihnen lediglich ein Sandbad mit niedrigen Seitenwänden (10-15 cm) zur Verfügung, dass mit Spielsand oder Quarzsand befüllt ist. Die Größe ist individuell zu erstellen, jedoch sollten min. zwei Hühner Platz in dem Sandbad finden.
Achten Sie darauf, dass der Sand immer trocken und sauber ist und stellen Sie es mit genügend Abstand zum Futterbereich auf.
Futterbereich
Die richtige Verpflegung ist das A und O in jedem Hühnerstall. Die Tränken und Futtertröge sollten in einem separaten Futterbereich zusammen aufgestellt werden, wo die Tiere einen freien Zugang zu haben.
Insbesondere Schadnager könnten sich an dem Futter der Hühner ebenfalls bedienen. Um dies zu verhindern, ist ein geschlossener Futterspender, ein Futterautomat, ratsam. Dieser hat zum einen ein größeren Umfang und zum anderen füllt er automatisch neues Futter nach. Noch sicherer sind Futterautomaten mit Trittklappe.
Beleuchtung
Im Hühnerstall sollte immer genügend Licht sein, damit sich die Tiere wohlfühlen. Normalerweise reicht das natürliche Licht vollkommen aus. Im Winter ist eine Zusatzbeleuchtung mit Zeitschlatuhr sinnvoll, um dem geringen Tageslicht entgegenzuwirken. Pro Quadratmeter sollte eine Lichtleistung von ungefähr 3 W eingeplant werden, die Lichtquelle darf dabei nicht niedriger als 1,5 m hängen. Pro Tag sollte ein Huhn 14 Stunden Licht haben.
Einstreu
Ein fester Untergrund im Stall ist wichtig, damit sich die Hühner ohne Probleme bewegen können. Bei der Einstreu muss darauf geachtet werden, dass es die Hinterlassenschaften der Tiere aufnimmt. Ein regelmäßiger Wechsel der Einstreu ist deswegen wichtig, um Milben und Krankheiten vorzubeugen.
Als Einstreu eignen sich grundsätzlich folgende Materialien:
- Sägespäne
- Kokoschips
- Stroh (gehäckselt)
- Heu
- getrockneter Rasenschnitt
Welcher Außenbereich soll es werden?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um seinen Hühnern einen schönen Außenbereich zu gestalten. Die folgenden sind häufig anzutreffen:
Freier Auslauf
Fernab von stark befahrenen Straßen und in ländlichen Gegenden können Hühner unter den richtigen Umständen einen freien Auslauf genießen. Wenn sich die Tiere erst an das Leben im Freien gewöhnt haben, kehren sie abends selbst in den Hühnerstall zurück. Der Nachteil ist, dass die Tiere ungeschützt vor Fressfeinden sind und auch selbst für Schäden durch Scharren sorgen können.
Feste Einzäunung
Die feste Einzäunung ist weit verbreitet. Hierbei wird eine Fläche dauerhaft eingezäunt. Zu beachten ist, dass die Fläche groß genug ist für die Anzahl der Tiere, die den Bewuchs fressen und die Fläche aufscharren.
Mobile Einzäunung
Ein mobiler Zaun hat den Vorteil, dass die Hühner regelmäßig auf einer frischen Wiese laufen können. Dabei wird nicht zuletzt die Grasnarbe geschont. Ein elektrifizierbares Netz sorgt zuverlässig dafür, dass die Tiere im eingezäunten Bereich bleiben.
Wie sollte der Außenbereich eingerichtet sein?
Der Außenbereich solle mehrere Unterschlupfmöglichkeiten haben, wo die Hühner Schutz vor Witterung und Sonneneinstrahlung, aber auch Versteckmöglichkeiten vor Greifvögeln oder streitlustigen Artgenossen haben. Sollte der Auslauf spärlich bepflanzt sein und keine natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten bieten, so sollten diese nachträglich angebracht werden.
Beispiele dafür wären:
- Alte Holzbänke
- Kleine Tische
- Alte Komposter
- Paletten Verstecke